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Oct 05

Wohlstandsproblem: Fleischkonsum

 

Der Streit um die fleischfreie Mensa nimmt immer groteskere Züge an. So wurden am Donnerstag über den Mittag Gratiswürste vor der Uni von der JCVP an die Studentinnen und Studenten verteilt. In meinen Augen ist dies reiner Populismus und Wahlkampf, denn das grundsätzliche Problem wird dabei nicht gelöst.  Denn eigentlich muss man sich eher fragen, wie primitiv diese ganze Diskussion (Fleisch oder kein Fleisch?) doch ist, denkt man nur daran, dass jeder Siebter der Weltbevölkerung hungern muss und jährlich 9 Millionen Menschen an Hunger sterben.

Eine Tatsache muss man sich bewusst sein: Fleisch ist ein Luxusgut, und so soll es auch bleiben. Den Anspruch, jeden Tag Fleisch zu essen ist ein Wohlstandsdenken, welches früher oder später radikal überdenkt werden muss. Als Beispiel: Die Produktion eines Kilo Fleisch ist so umweltschädlich wie eine 250 Kilometer lange Autofahrt. Die Produktion und der Transport des Futters machen mehr als zwei Drittel des Energieverbrauchs aus. Ein Kilogramm Rindfleisch ist schlussendlich das Produkt von acht Kilogramm Getreide – und etwa 20’000 Litern Wasser. Oder ein anderes Beispiel: Das Getreide für einen Laib Brot braucht in etwa 500 Liter Wasser, im Gegenzug verschlingt ein Poulet mindestens die zwölffache Menge, hauptsächlich für den Anbau von Futtermitteln. Längerfristig kann die Fleischproduktion, die wir heute haben, nicht weitergeführt werden.

Ein anderer Punkt: Zwar wollen die “Fleischesser” an der Uni ihr Fleisch behalten, doch sie hinterfragen nicht, wie dieses produziert wird. Ist es Biofleisch? Ist es aus aus der Region? Dies wird jedenfalls bis heute nicht in der Mensa angeschrieben. Da frage ich mich, wollen die Leute wirklich Fleisch zu jedem Preis?

In meinen Augen ist die Forderung der fleischlosen Mensa zu extrem, jedoch nicht ganz unberechtigt, denn jeder Konsument sollte seinen Fleischkonsum überdenken. Trotzdem schlage ich einen Zwischenweg vor: An der Mensa soll es noch ein Fleischmenu geben, welches jedoch Fleisch aus der Region beinhaltet und Bio ist.

 

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