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Dec 21

Verfrühtes Weihnachtsgeschenk

Pressekonferenz zur Lancierung der Petition im Juni 2009 in Zürich

Es ist vollbracht.  Endlich soll es mehr Rechte für Regenbogenfamilien geben. Nach dem überraschenden Ja im Ständerat, hat der Nationalrat die Motion “Adoptionsrecht. Gleiche Chancen für alle Familien” modifiziert angenommen. Ein verfühtes Weihnachtsgeschenk für alle, die für gleiche Rechte in der Gesellschaft kämpfen.

Vor genau vier Jahren wurde der Stein für die Adoption für gleichgeschlechtliche Partnerschaften ins Rollen gebracht. Nach der Gründung einer Facebook Gruppe zur dieser Thematik, nahm ich mit verschiendenen Lesbisch/Schwulen Organisationen (u.a. LOS, Pink Cross) Kontakt auf. Was dann folgten, waren intensive Sitzungen und lange Disskussionen.

Kurze Zeit später wurde dann der Verein “Familienchancen.ch” gegründet, der zwar keine Initiative lancieren wollte, sondern eine Petition. Diese langfristige Aktion hatte das Ziel, dass homo-/bisexuelle Personen in registrierter Partnerschaft die Möglichkeiten erhalten sollen, Kinder zu adoptieren oder Kinder, die in eine registrierte Partnerschaft eingebracht werden, die Chancen erhalten, den Partner als offiziell vollwertiges Elternmitglied zu anerkennen, was nach heutigem Gesetzesrecht den gleichgeschlechtlichen Partnerschaften vorenthalten wird. Im Juni 2009 fiel dann in Zürich der Startschuss für die Petition “Gleiche Chancen für alle Familien”.

Über ein Jahr lang wurde fleissig für die Petition in der ganzen Schweiz gesammelt. Am Ende kamen ganze 19’380 Unterschriften zusammen, welche dann im Juni 2010 bei der Bundeskanzlei eingereicht wurden.

Die Petition wurde dann in der Rechtskommission beider Räte behandelt. Im September 2011 hat die nationalrätliche Kommssion der Petition keine Folge gegeben. Kurz darauf, im November 2011, hat die ständerätliche Kommission zwar die Petition abgelehnt, aber im Gegenzug eine Motion ausgearbeitet. Die Motion wurde dann vom Ständerat im März 2012 angenommen. Und jetzt, am 13. Dezmber 2012, hat auch der Nationalrat ein positives Zeichen gegeben.  Zwar wurde nur eine modifizierte resp. abgeschwächte Motion an den Ständerat zurückgewiesen. Doch dass diese Version nun vom Ständerat abgelehnt wird, wäre sehr unwahrscheinlich.

Der Nationalrat hat die Motion insofern eigeschränkt, dass nur die Stiefkindadoption (“alle Erwachsenen, ungeachtet ihres Zivilstandes und ihrer Lebensform, das Kind des Partners oder der Partnerin, adoptieren können, wenn eine Adoption für das Kindeswohl die beste Lösung darstellt.”) erlaubt werden sollte.

Zwar ist die modifizierte Fassung nicht das Ziel, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Und damit wurde eine sehr wichtige, erste Teiletappe erreicht!

Gerne würde ich mich hier noch bei allen bedanken, die täglich gegen diese Ungleichheit kämpfen. Der grösste Dank und Bewunderung geht an Maria von Känel. Ihre Kraft und Mut ist bewundernswert und ich wünsche ihr, dass sie baldmöglichst eine Adoption von ihren Kindern erreicht.

Wer an mehr Informationen interessiert ist, findet sie unter Regenbogenfamilien.ch.

Sollen gleichgeschlechtliche Partnerschaften Kinder adoptieren dürfen?

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Danach blieb es für eine Weile still, bis